Bar-Tradition
hat Zukunft
37 Jahre Bill Deck und
klassische
amerikanische Barkultur in München
Szene-Bars kommen und gehen – aber Münchens erste
Adresse für echte klassische amerikanische Bar-Kultur bleibt immer
gleich: Falkenturmstrasse 9. Dort bürgt seit 37 Jahren ein Mann
für gepflegte Gastlichkeit und unverwechselbare Atmosphäre. Sein Name: Bill
Deck.
Bill ist, wie jeder seiner vielen Stammgäste weiß, ein Mann
mit vielen Gesichtern. Und die spiegeln sich zuweilen in seinen unzähligen
originellen Cocktail-Kreationen wider: Mal ganz der Gentleman von „Harry’s
Tweed“, der unerschrockene Himmelstürmer des „Buffalo Bill“, der souveräne
Seelendoktor von „Dr. Deck’s Painkiller“ oder der leicht verschmuddelte „Dirty
Harry“, dem der Schalk aus den braunen Augen blitzt – alles schon mal aufwändig
ins Bild gesetzt für seine einzigartigen Jahreskalender, für die er schon den
internationalen „Kodak Calendar Award“ gewonnen hat.
Und auch Bill Deck’s Lokal, leicht versteckt im ruhigen
Gassenwinkel der Theaterviertels, hat schon seine Metamorphosen hinter sich.
Ganz am Anfang, nachdem sich der ehemalige Luftwaffenmann und Reporter des
Militär- und Kultsenders AFN im Oktober 1974 endgültig in seiner Wahlheimat
München niedergelassen hatte, hieß sie „Harry’s New York Bar“ nach dem
legendären Vorbild in Paris, in dem Ernest Hemmingway, F. Scott Fitzgerald, und
Gene Kelly am liebsten ihre Drinks zu sich nahmen. Seit 1993 heißt sie „Pusser’s
Bar“, ein Name, dessen nautische Anklänge an die Marinegeschichte erinnert: Der
„Pusser“ war der Zahlmeister an Bord der Schiffe seiner Majestät, und seinen „Pusser’s
Rum“ tranken die Matrosen, mit etwas Limonensaft, Zucker und kaltem
Wasser
vermischt, mehrmals täglich als Grog seit 1665 – eine Tradition, die Bill Deck
heute weiterleben lässt.
Auch die Inneneinrichtung ist mit der Zeit gegangen: Die
College-Fahnen der ersten Inkarnation von Bill Deck’s Bar wichen Seekarten,
Messingbeschlägen und Signalflaggen, die Lord Nelson’s berühmten letzten Befehl
an seine Flotte vor Trafalgar („England expects every man to do his duty“)
nachbilden. Geblieben ist der sanfte Schüttelton der Barshaker, der exotische
Duft feiner Havanna-Zigarren und natürlich die Auswahl an gut gewürztem Barfood
in bester amerikanischer Manier, etwa Chicken Wings mit scharfem Salsa, dicke
Club Sandwiches oder Chili con carne nach Bill’s Geheimrezept – eine
Spezialität, die vor 30 Jahren bei ihm ihre München-Premiere feierte und heute
auf der Karte jeder besseren Bar der Stadt zu finden ist.
Bei Bill geht die Prominenz seit nunmehr drei Jahrzehnten
aus und ein, aber Bill kommt ihnen immer wieder auch entgegen. Das war schon
wenige Jahre nach der Eröffnung so, als im Jahr 1977 der damalige Bundeskanzler
Helmut Schmidt Bill Deck aus München engagierte, für volle Gläser beim
Sommerfest der Bundesregierung in Bonn zu sorgen. Bei dieser Gelegenheit schuf
Bill seinen mittlerweile berühmten „Kanzler Cocktail“. Damals baute Bill eine
Pyramide aus 340 Gläsern im Garten der Kanzlervilla auf und ließ sie füllen,
indem er Magnumflaschen Champagner ins oberste Glas eingoss, von wo sich das
prickelnde Nass
kaskadenartig nach unten floss. Ein Trick, den er später auf
Wunsch der ARD vor laufender Kamera und Millionenpublikum wiederholen musste.
Ob Politiker wie Walter Scheel oder Richard von Weizsäcker,
Industrielle wie August Oetker oder Rolf Rodenstock, Künstler wie August
Everding oder Andy Warhol oder Stars wie Hardy Krüger, Christiane Hörbiger,
Thomas Gottschalk oder Topsänger der benachbarten Staatsoper-: sie alle fühlten
und fühlen sich angezogen von der Mischung aus eleganter Gemütlichkeit, lockerer
Stimmung und perfektem Service, der für Bill Deck das Markenzeichen einer
richtigen klassischen amerikanischen Bar sein sollte. „Man geht nicht in eine
Bar um zu trinken, sondern um sich unter witzigen und charmanten Menschen wohl
zu fühlen und etwas zu erleben, das Einzigartig ist“, behauptet er.
Dabei erinnert sein verschmitztes Gesicht („eine Mischung
aus Fred Astaire und englischem Hochadel“, wie ein Journalist ihn einmal
beschrieb) eigentlich eher an Schottland und an gereiften Malt Whisky, von denen
er natürlich eine ansehnliche Sammlung von 115 der besten Sorten hinterm Tresen
bereithält. Dabei wurde er im beschaulichen US-Bundesstaat Pennsylvania geboren,
hat Betriebswirtschaft studiert und dachte nie und nimmer daran, sich eines
Tages mit edelsten Drinks und Cocktails seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Als Patron und Vorbild für viele Barbetreiber in der
Isarmetropole und in ganz Deutschland hat er lernen müssen, mit der Zeit zu
gehen: Die Daiquiris, die Hemmingway gerne trank, sind heute noch immer gefragt.
Außerdem geht es heute häufig bunt zu in den Gläsern und Shakern, wenn Blue
Curaçao, Limonensaft und Sake sich zu einer abenteuerlichen Mischung wie dem „Harrykiri“
vereinen. Weniger Alkohol, aber mehr Ideenreichtum: So lautet das zeitgemäße
Mix-Motto. „Ein richtiger Barmann ist immer auch ein Erfinder“, weiß Bill Deck
aus der Erfahrung von vielen Hunderten von Eigenkreationen, die wie der „Mizner’s
Dream“ oder „Coconut Kiss“ in die allgemeine Barkultur eingegangen sind.
Doch Bill Deck wäre nicht Bill Deck, wenn er sich nach 35
erfolgreichen Jahren auf seinen Lorbeeren ausruhen würde. Ständig knobelt er an
neuen Konzepten und Ideen herum, die oft über die Grenzen der Cocktail-Kultur
hinaus in den Bereich der Erlebnisgastronomie reichen. So realisierte er in
diesem Jahr zum ersten Mal mit seinem Freund und Nachbarn am Münchner „Platzl“,
dem Sternekoch Alfons Schuhbeck (ebenfalls ein alter Stammgast im „Pusser’s“),
für interessierte Hobby-Gourmets die Kursreihe „Tapas & Drinks“. In einer
eigens dafür eingerichteten Kochschule gegenüber von „Schuhbeck’s Restaurant in
den Südtiroler Stuben“ und in Bill’s Cocktail-Bar zeigen die beiden, wie man
rasch raffinierte, kleine Leckereien zu feinen Mixgetränken zaubert.
30 Jahre Bill Deck, 35 Jahre klassische amerikanische Barkultur in München – aber wie geht es weiter? Zum Glück ist diese Frage längst
geregelt: Beim großen Jubiläums-Fest Ende Oktober wird Sohn David hinter der Bar
den Shaker ebenso schwingen wie sein Vater. David hat eine Ausbildung zum
Hotelfachmann in einer anderen feinen Münchner Adresse genossen, dem „Hotel
Königshof“, und steht nun in der Bar seines Vaters Tag für Tag seinen Mann.
Wobei Bill Deck keineswegs beabsichtigt, den Cocktailshaker endgültig
hinzulegen. Seine Stammgäste können also aufatmen – und anstoßen auf die
Fortsetzung einer großen Münchner Tradition.
In einer kleinen Seitengasse der Maximilianstraße befindet sich ein
absolutes Highlight der Münchener Barszene: die
P U S S E R ' S ® B A R .
Wer gute Cocktails in
einem urig gemütlichen Ambiente mag, der wird das PUSSER'S®
lieben! Das Interieur der Bar ist ganz dem Stil einer rustikalen New
Yorker Hafenbar nachempfunden mit einem uralten echten Holzsegelboot, das
zwischen der ersten Etage und dem Erdgeschoss aufgehängt wurde und nun
frei über den Köpfen der Gäste schwebt. Die Wände der Bar sind mit
alten Bildern, Fotos und Seemanns Memorabilien behangen. Über die
Musikboxen ertönt smoother Jazz und Dixiesound, was die entspannte
Atmosphäre perfekt abrundet.
Die Barkeeper verstehen ihr Handwerk
wie kaum jemand anders in der Stadt - kein Wunder, da sie von der
langjährigen Erfahrung des Barbesitzers Bill Deck profitieren können.
Die Spezialität des Hauses ist der sagenhafte
PUSSER'S PAINKILLER™.
Ab und an schauen auch Promis hier vorbei. So hat z.B. Boris seine
Babs hier kennen gelernt und auch Arnold Schwarzenegger wurde im Pusser's
bereits mit einer feinen Zigarre im Mundwinkel gesichtet. Das
Publikum ist bunt gemischt - vom internationalen München Traveller bis hin
zum Geschäftsmann oder dem einfachen Freund guter Cocktails.
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